Wie schütze ich meine Haut im Sommer?

Viele Menschen starten bei den ersten warmen Sonnenstrahlen von null auf hundert. Warum ist das für die Haut so gefährlich?

So schnell, wie sich viele Sonnenanbeter blass und unvorbereitet in die Sonne legen und bräunen wollen, kann ihre Haut gar nicht mithalten. Sie braucht eine Vorlaufzeit, um einen Lichtschutz von innen aufzubauen. Und sie muss sich langsam und schrittweise an die Sonne gewöhnen. Schäden können aber schon frühzeitig entstehen, wenn die UV-Strahlen auf die Haut treffen. Das UV-Licht kann das Bindegewebe und die Erbsubstanz der Haut beeinträchtigen, denn die UV-Strahlen bilden freie Radikale im Körper. Das sind aggressive Molekülteile, die die Hautzellen zerstören können. Deshalb ist Vorsicht geboten, sonst bekommt man einen Sonnenbrand oder die Haut reagiert mit Rötungen, Pusteln und Juckreiz.

Wie kann man sich vor lichtbedingten Hautrötungen und ihren langfristigen Folgen schützen?

Erstens muss sich die Haut langsam und schrittweise an die Sonne gewöhnen. Wenn sie starker UV-Strahlung ausgesetzt wird, kann sie sich nicht mehr selbst schützen beziehungsweise selbst reparieren und benötigt zusätzliche Vitamine. Dafür empfehle ich Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Calcium-Sandoz Sun. Diese Kombination aus den Vitaminen C und E, Beta-Carotin und Calcium ist optimal für unsere Haut. Zweitens cremen sich viele Menschen erst am Strand mit Sonnenschutzmittel ein – leider viel zu spät. Mein Tipp ist deshalb: Damit die Creme richtig wirken kann, sollte man sich eine halbe Stunde vorher einreiben. Drittens ist es wichtig, einen Lichtschutzfaktor zu verwenden, der dem Hauttyp entspricht. Als Faustregel gilt: Je empfindlicher der Hauttyp, desto höher der Lichtschutzfaktor.

Warum ist es so wichtig, mindestens 14 Tage vor dem ersten Sonnenbad die Haut mit Vitaminen und Calcium von innen auf die Sonne vorzubereiten?

Hier muss man eine Vorlaufzeit einkalkulieren, um die Haut von innen auf die Sonne vorzubereiten. Denn die Vitamine und das Calcium können nicht so schnell wirken. Deshalb sollte man schon mindestens 14 Tage vorher mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beginnen. Schließlich machen die Vitamine C, E, Beta-Carotin und Calcium eine längere Reise über den Dünndarm, den Blutkreislauf und die tieferen Hautschichten – bis sie endlich in die Zellen der Oberhaut wandern und dort einen Schutz aufbauen.

Wie baut die Haut ihren natürlichen Lichtschutz auf?

Das passiert in zwei Schritten. Zunächst wird die Haut durch die Bindung des Fettstoffes Melanin dunkler, das durch UV-Licht produziert wird. Außerdem verdickt sich die Haut, weil sie mehr Collagen bildet. Collagen ist ein Strukturprotein des Bindegewebes und ein wesentlicher Bestandteil der Haut.

Je dicker die Haut, desto schwieriger können UV-Strahlen eindringen. Die natürliche Lichtschwiele bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht zusätzlich vor UV-Strahlen schützen muss. Ganz im Gegenteil: Unsere Haut kann zwar in wenigen Tagen braun werden, das heißt aber nicht, dass sie gleichzeitig einen ausreichenden Eigenschutz aufbaut.

Was bedeutet der Satz „Die Haut vergisst nichts“ aus medizinischer Sicht?

Entscheidend ist, wie häufig und wie lange die Haut der UV-Strahlung ausgesetzt ist. Viele Menschen sonnen sich übertrieben oft oder gehen unvorbereitet in die Sonne. Dann können sich die Hautzellen verändern und es kommt zu Schäden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Ein wesentlicher Risikofaktor ist die Sonnenlichtbestrahlung vor dem 15. Lebensjahr. Denn in dieser Zeit ist die Haut besonders empfindlich. Gerade Kinder sollten sich nicht lange und nie ohne Sonnenschutzmittel in der Sonne aufhalten.

Warum sind Frauen häufiger von sonnenbedingter Hautirritation betroffen als Männer?

Ganz einfach: Frauen leiden häufiger darunter, weil sie eine dünnere und empfindlichere Haut haben als Männer.

Was sind die Faustregeln für eine gesunde Sommerhaut?

Es ist wichtig, die Haut rechtzeitig, also mindestens 14 Tage vor dem ersten Sonnenbad, auch von innen auf die Sonne vorzubereiten. Außerdem sollte man darauf achten, dass die haut nicht austrocknet. Sie muss genügend Wasser speichern können, um geschmeidig zu bleiben. Am besten, man cremt sich nach dem Duschen regelmäßig mit harnstoffhaltiger Feuchtigkeitslotion ein. Zusätzlich gilt: 30 Minuten vor dem Sonnenbaden Sonnenschutzmittel mit hauttypgerechtem Lichtschutzfaktor auftragen, nach dem Baden immer wieder neu einreiben, die pralle Mittagssonne meiden, lockere Kleidung plus Sonnenhut tragen und eine After-Sun-Lotion benutzen. Wer sich daran hält, dem stehen sonnige Zeiten mit gesunder Sommerhaut bevor.

Bildnachweis: Young girl sunbathes on a beach © Julia Tim @ fotolia