Die Haut - Spiegel der Seele

1. Die Haut

Die Haut ist mit 2 qm Oberfläche unser größtes Organ mit außerordentlich lebenswichtigen Funktionen! So dient sie dem Schutz des Körpers vor Kälte und Verletzungen; mit der Aktivität der Schweißdrüsen reguliert sie unseren Wärmehaushalt; sie wehrt jede Art von Infektionen ab und sie enthält eine Vielzahl an feinsten Instrumenten (Rezeptoren), mit denen wir tasten, fühlen und empfinden. Aber die Haut ist gleichzeitig eine Projektionsfläche dessen, was sich unter ihrer Oberfläche abspielt, seien es Gefühle oder echte Erkrankungen. Eine Gefühlsregung, die sich besonders mit Symptomen an der Haut bemerkbar macht, ist der Stress! Häufige stressbedingte Hautsymptome sind hektische Flecken, extrem blasse Haut, Herpes-Bläschen, meist an Lippe oder Nase und die Stress-Akne.


a) Hektische Flecken:

Jeder kennt sie, die Situation, in der man vorher weiß, dass man gleich rot werden wird wie eine Tomate; jeder wird es sehen und gerade jetzt ist es total ungünstig, weil der Chef gerade neben einem steht oder man seinem Gegenüber gerade jetzt keine Unsicherheit zeigen möchte! Trotzdem passiert es und man kann nichts dagegen tun! Grund ist eine Aktivierung des unbewussten (parasympatischen) Nervensystems mit direkter Auswirkung auf die winzigen Blutkapillaren der Haut, diese stellen sich weit, so dass plötzlich mehr Blut durch sie hindurch fließt wodurch die entsprechende Hautpartie knallrot wird! Weil die Kapillardichte in der Haut nicht exakt gleichmäßig ist und bestimmte Hautpartien besser durchblutet sind als andere, gibt es die typische fleckförmige Verteilung, die so genannten „hektischen Flecken“.


b) Blassfärbung um die Nase:

Liegt eine extrem stressige Situation vor, in welcher man „geschockt“ reagiert, antwortet der Körper mit einer extremen Weitstellung der peripheren Blutgefäße, das Blut „versackt“ in den Beinen und im Gesicht wird man plötzlich fahlweiß. Es besteht die Gefahr des Kreislaufkollapses, wenn man sich nicht hinlegt (Füße hoch!).


c) Herpes Bläschen

können nur dann auftreten, wenn man sich vorher bei Jemandem angesteckt hat, der bereits mit diesem Virus infiziert ist (ca. 50% der erwachsenen Bundesbürger sind betroffen). Die Herpes Viren „schlummern“ dann lebenslang im Verborgenen unter der Haut und werden aktiv, wenn man sich 1) sehr starker Sonne aussetzt 2) eine andere Krankheit (z. B. Grippe) „ausbrütet“ oder 3) wenn man extrem im Stress ist. Hierbei werden nämlich die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt, die Herpes-Viren können sich plötzlich ungestört vermehren und die typischen, juckenden Spannungsbläschen auf der Haut produzieren.


d) Stresspickel

gibt es tatsächlich in Form der sog. „stressinduzierten Akne“. Bei Stress werden Adrenalin und Cortisol (die Stresshormone) im Körper ausgeschüttet, deren Abbauprodukte auf die Talgdrüsen der Haut ähnlich einwirken, wie es ein Übermaß an männlichen Hormonen tun würde. Dadurch kommt es zur Entwicklung von Akne- Pusteln, allerdings nicht sofort in der Stress-Situation, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung von Tagen oder Wochen. Auch bekommt nicht jeder eine Stress-Akne, sondern nur Menschen, die ohnehin zu fettiger, unreiner Haut im Gesicht neigen.

2. Die Haut – auch ein Spiegel innerer Erkrankungen.

Außer den stressbedingten Hautveränderungen gibt es eine ganze Reihe weiterer Symptome, die sich an der Haut ablesen lassen und die entweder völlig harmlos sind, die aber auch Ausdruck einer oberflächlichen oder inneren Erkrankung sein können! Hierzu gehören z. B. punktförmige oder flächenhafte Verfärbungen der Haut, deren Kenntnis Hinweise auf umschriebene oder generalisierte Funktionsstörungen des menschlichen Körpers geben können.


a) Weiße Verfärbungen der Haut:

Häufig liegt eine Pilzerkrankung (pityriasis versicolor) vor, die man oft als Schwitzpilz bezeichnet. Dieser betrifft überwiegend den Oberkörper und kann über Jahre bestehen bleiben. Nach der Behandlung (mit Anti-Pilz-Creme oder –Lotio) bleiben
die Flecken weiß, bis die Haut das nächste mal der Sonne ausgesetzt wird (oder dem Solarium).

Auch können weiße Flecken ein Ausdruck einer Vitiligo sein, der Weißflecken - Krankheit. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher das Abwehrsystem des Körpers, eigentlich gegen Bakterien oder Viren gerichtet, die Pigmentzellen der Haut angreift und zerstört. Der Grund ist bis heute unbekannt, die Therapie ist schwierig. Betroffen sind oft Hals und Gesicht, die Hände, der Achsel- und Genitalbereich. Auch Bezirke komplett weißer Haare können ein Ausdruck der Vitiligo sein.

Die Maximalvariante der Weißfleckenkrankheit ist der Albinismus, bei welcher die gesamte Haut weiß bleibt und nicht pigmentiert. Teilweise sind auch die Haare komplett weiß und die Augen erscheinen rot („Kaninchenaugen“), weil selbst die Pigmentierung der Pupillen fehlt. Diese Menschen sind extrem gefährdet durch das UV-Licht der Sonne, da sie keinerlei Lichtschutz selbst produzieren!


b) Braune Flecken:

Melasma/Chloasma: Hierbei handelt es sich um regelmäßig begrenzte hell- bis dunkelbraune Flecken, z. T. großflächig im Gesichtsbereich. Besonders sind Stirn, Wangen oder die Oberlippe betroffen. Sie sind häufig hormoninduziert, d. h. treten unter der Einnahme von bestimmten Anti-Babypillen auf oder nach einer Schwangerschaft. Die Behandlung erfolgt mittels konsequentem Lichtschutz, Bleichcremes oder mit dem Pigmentlaser.

Hitzemelanose: Vorsicht mit Wärmflaschen oder elektrischen Wärmekissen!
Wenn sie zu heiß angewendet werden oder zu lange (z. B. über Nacht) auf der Haut belassen werden, können sie zu fleckförmigen Verfärbungen der Haut führen, die nicht wieder weggehen!

Altersflecken: Insbesondere an den Handrücken oder im Gesicht auftretend lassen sich diese sehr gut mit dem Pigmentlaser entfernen (ohne Narbenrisiko).

Leberflecken: Diese haben nichts mit der Leber zu tun, wie man früher bei der Namensgebung vermutete, sondern sie entstehen auf der Haut nach einem angeborenen Schema und unter dem Einfluss von UV-Licht. Große, braune („Cafe au lait “ = Milchkaffee) Flecken sind in der Regel harmlos, können aber auch ein früher Hinweis auf eine Nervenkrankheit sein (Neurofibromatose).

Braunfärbung der ganzen Haut: Eine Blutzucker-Krankheit (Diabetes mellitus) oder Schilddrüsenüberfunktion gehen manchmal mit einer Dunkelfärbung der gesamten Haut einher. Auch könnte hier eine Vergiftung mit Schwermetallen, z. B. Blei oder Arsen, vorliegen. Speicherkrankheiten, z. B. die verstärkte Einlagerung von Kupfer in die Haut bei ganz bestimmten Enzymdefekten, können sich ebenfalls in einer Dunkelfärbung der Haut äußern. (selten!)

Eine Vielzahl an Medikamenten kann vorübergehend oder dauerhaft Hautverfärbungen verursachen; z. B. Chlorpromazin, Hydantoine und Malariamittel; insbesondere das Chloroquin!

Sonderform: Acanthosis nigricans:
Hierbei handelt es sich um eine stark verdickte, grob gerasterte Haut im Bereich der Achselhöhlen und/oder des Nackens. Diese grobe Haut ist extrem dunkel, teilweise schwarz pigmentiert. Die Ursache ist bis heute unklar; eine Behandlung schwierig (Ein Versuch mit dem Laser lohnt sich!). Die Acanthosis nigricans ist in der Regel harmlos, und tritt häufig bei adipösen (dicken) Menschen auf. Manchmal kann sie ein Begleitsymptom einer im Körper verborgenen Krebserkrankung sein (sog. „paraneoplastisches Syndrom“)!


c) Rote Haut:

Ein gerötetes Gesicht bildet sich, wenn durch Wut oder Ärger Blut ins Gesicht einschießt (vegetativ). Es kann auch Ausdruck eines generellen
Bluthochdruckes sein!

Weitere Ursachen können Entzündungen sein, z. B. im Rahmen einer Neurodermitis. Hierbei ist die Haut besonders im Gesicht, dem Hals den Ellenbogen und Kniekehlen großflächig rot und schuppig. Die Rötung kann die gesamte Haut betreffen. Bei einer Schuppenflechte bilden sich besonders an den Händen, Ellenbogen oder Knien eher abgegrenzte, münzgroße rote Plaques, die stark jucken. Aber auch andere Entzündungen der Haut lassen diese rot werden: Pilzinfektionen, bakterielle Infektionen, rheumatische Krankheiten u. s. w.

Sonderformen: Wanderröte (Erythema chronicum migrans“).
Hierbei handelt es sich um eine flächenhafte, z. B. handtellergroße Rötung, die sich um einen Zeckenbiss bildet und allmählich immer größer wird. Manchmal ist der Zeckenbiss gar nicht erinnerlich. Bei einemderartigen Symptom unbedingt den Hautarzt aufsuchen, der im Blut nach Borrelien schaut und ggf. eine Antibiotika- Behandlung einleiten kann. Sonst besteht Gefahr für die Gelenke und inneren Organe!

Schmetterlingsröte des Gesichtes bei einer speziellen Form des Rheumas, dem „Lupus erythematodes“. Auch hierbei muss unbedingt ein Hautarzt konsultiert werden! Beides könnten Frühwarnsysteme der Haut darstellen, die auf die jeweils zugrunde liegende Erkrankung hinweisen!

3. Weitere Hautsymptome und ihre Bedeutung:


a) Blasse Haut:

Sie kann ein Hinweis auf ungesunde Lebensführung sein, in dem zu wenig Schlaf, Mangel an frischer Luft so wie körperlicher Bewegung und damit ein Durchblutungsmangel vorliegen könnten. Hinzu kommt vielleicht noch Rauchen oder der Konsum von anderen „Drogen“, so dass die Blutgefäße der Haut eng gestellt werden und das typische, blasse „Nikotin-Kolorit“ der Haut entsteht.

Es kommt auch grundsätzlich zur Blassfärbung der Haut, wenn der Blutkreislauf „zentralisiert“, z.B. beim Schock, allen Infekten oder anderen schweren Erkrankungen. Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse eine „konsumierende“ Erkrankung (chronischer Infekt, Tumorerkrankung) könnten vorliegen.


b) Gelbliche Verfärbung (auch in den Augen):

Hier liegt häufig eine Leberkrankheit oder ein Verschluss der Gallenwege vor (z. B. Gallensteine).


c) Blaue Flecken:

Sie können ein Hinweis sein auf eine Störung der Blutgerinnung, so dass es schon bei kleinsten Stößen oder Verletzungen zu Blutungen unter die Haut kommt. Auch bestimmte Medikamente können blaue Flecken provozieren, z. B. Aspirin (v. a. wenn man zu viel davon nimmt!) oder Marcumar.

Andere Ursachen können Gefäßentzündungen sein, z. B. im Rahmen einer Mandelentzündung des Halses, dann durch Streptokokken (=bestimmte Bakterien) ausgelöst. Die Symptome bestehen aus vielen kleinen roten Punkten, insbesondere an den Unterschenkeln.


d) Bläulich rötliche Verfärbungen der Haut

könnten ein Hinweis sein auf eine angeborene Bindegewebsschwäche, welche entweder im Gesichtsbereich zu einer vermehrten Gefäßneubildung von Mikro-Blutgefäßen führt (Couperose oder Teleangiektasien) bzw. im Beinbereich zu Besenreisern. Beide könnte man mit entsprechenden Gefäß-Lasern ohne Narbenbildung behandeln. In seltenen Fällen können auch Bindegewebs- oder Muskelerkrankungen dahinterstecken (Sklerodermie, Dermatomyositis).


e)Trockene, schuppige Haut:

Insbesondere in den Wintermonaten neigt die Haut dazu, trockener und schuppiger zu sein als im Sommer. Deshalb bedarf sie auch besonderer Pflege, z. B. mit harnstoffhaltigen Pflegepräpararten. Aber trockene Haut ist nicht nur ein Hinweis auf Pflegefehler, sie kann auch durch fehlende Flüssigkeitszufuhr ausgelöst werden (mind. 2 Liter Flüssigkeit/Tag trinken!). Auch wird die Haut immer trockener, je älter man wird. Es gibt angeborene Formen trockener Haut bis hin zur „Fischschuppen-Krankheit“. Insbesondere an den Händen können Allergien oder toxische Einwirkungen bestimmter Substanzen (z. B. durch zu häufiges Händewaschen) die Haut zum Abschuppen bringen. Innere Erkrankungen, wie eine Unterfunktion der Schilddrüse oder eine Blutzuckererkrankung, können ebenfalls Ursachen sein. Eine Mangelernährung mit bestimmten Elektrolyten (z. B. Zink) oder Vitaminen kann trockene, schuppende Haut verursachen und schließlich muss man auch daran denken, dass bestimmte ernsthaftere Krankheiten (Lymphome=Lymphknotenkrebs) dahinter stecken könnten.


f)Juckreiz

ist Symptom von ganz vielen Fehlfunktionen oder Erkrankungen des Körpers. Hierzu gehören z. B. Parasitosen z. B. die „Krätze“, eine Milbeninfektion, die man sich durch direkten Körperkontakt oder durch unsaubere Bettwäsche in Pensionen/Hotels, häufig im Ausland, holen kann. Die Krätze = Scabies erlebt derzeit eine Renaissance, kommt also in der Praxis relativ häufig vor und wird nicht selten aus Osteuropa „importiert“. Hier wird der Juckreiz begleitet von kleinen, aufgekratzten Papeln insbesondere im Genitalbereich und zwischen den Fingern.

Der Juckreiz der Haut kann Ausdruck zu trockener Haut sein, er tritt bei chronischen Hautkrankheiten wie der Neurodermitis oder Schuppenflechte auf, welche durch typische Hautveränderungen in der Regel eindeutig zu diagnostizieren sind. Juckreiz kann Begleitsymptom eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), einer Leberfunktionsstörung (Prurigo hepatica), einer beginnenden Schwangerschaft (besonders im 2. und 3. Monat) so wie auch Symptom bosärtiger Erkrankungen sein (Blutkrebs = Leukämie). Manchmal treten parallel zum Juckreiz kleine Hautknoten auf, die man als Prurigo-Knoten bezeichnet. Manchmal treten auch Quaddeln (die wie Insektenstiche aussehen) auf, die wir Ärzte als Urticae oder Urticaria bezeichnen. Diese sind häufig ein Ausdruck von Allergien, meistens auf Medikamente (z. B. Aspirin = ASS oder Antibiotika), aber auch auf Lebensmittel (Häufig: Nüsse, Fische/Schalentiere oder Erdbeeren!).

Eine Sonderform des Juckreizes ist ganz scharf umschrieben und kann sehr quälend sein. Dieser könnte ein früher Hinweis auf eine sich an dieser Stelle später bildende Gürtelrose (=Zoster) sein, die im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur im „Gürtelbereich“ des Oberkörpers, sondern an allen Bereichen der Haut auftreten kann, sogar im Gesicht, die aber immer streng einseitig bleibt.

Die Gürtelrose wird durch Windpocken-Viren ausgelöst, welche nach der Kindheit im Körper verbleiben und irgendwann (ähnlich wie beim Lippenherpes: nach Infektionen, Stress oder starker Sonneneinstrahlung) wieder ausbrechen: Es bilden sich blutige Blasen, die sich streifenförmig auf der Haut ausbreiten, extrem schmerzhaft sind und nicht selten unter Hinterlassung von tiefen Narben verkrusten und abheilen! Schließlich provozieren auch manche Medikamente Juckreiz der Haut und manchmal kann man für einen hartnäckigen Juckreiz gar keine Ursache finden, man bezeichnet ihn dann als psychischen Juckreiz oder „Pruritus sine materie“. Das ist Latein und bereutet: die Ärzte haben leider keinen Grund gefunden.....


j)Pusteln:

(=kleine, entzündete Bläschen der Haut) treten auf bei Herpes (Virusinfektion). bei Gürtelrose (s. unter Pruritus), bei bakteriellen Infektionen z. B.

durch Straphylokokken oder Streptokokken, durch Pilze (z. B. an den Füßen). häufigsten sind Pusteln in der Form der typischen Akne-Pusteln im Gesicht oder Dekollete. Eine Akne ist manchmal nicht durch hormonelle „Turbulenzen“ (Stress, Pubertät, Pille abgesetzt) ausgelöst, sondern durch falsche Kosmetika oder Kontakt zu Chlor („Schwimmbad-Akne!“).
Bestimmte Kinderkrankheiten (z. B. Windpocken), bilden massiv juckende Pusteln am ganzen Körper und der Kopfhaut! Windpocken können auch im Erwachsenenalter auftreten! Darüber hinaus gibt es eine Reihe von seltenen „blasenbildenden“ Hautkrankheiten, welche der Hautarzt kennen muss. Treten nach einer Medikamenteneinnahme plötzlich Bläschen an der Haut auf, die sehr schnell größer werden und zusammenfließen, ist höchste Alarmstufe angezeigt: es könnte sich hierbei um das extrem gefährliche Stevens-Johnson Syndrom handeln, welches tödlich enden kann!


k)Starke Verhornungen (Hyperkeratosen):
Die häufigsten Verhornungen betreffen die Fußsohlen in Form von Hühneraugen oder ansteckenden Fußwarzen (zu erkennen an kleinen, schwarzen Punkten in den stärker verhornten Hornhautbereichen). Hühneraugen sind eine Reaktion des Körpers auf zu starken Druck durch zu enge Schuhe oder falsche Belastung des Fußes. Warzen werden durch Ansteckung übertragen, z. B. durch Barfusslaufen im Schwimmbad, der Sauna oder im Fitness-Studio. Wenn alle Behandlungsmöglichkeiten versagen, hat man mit der CO2-Lasertherapie eine 85%ige Heilungschance!


l)Es gibt eine harmlose Verhornungsstörung der Haut,

die sich in Form von Sandpapierhaut (=Reibeisenhaut) insbesondere an den Oberarmen und Oberschenkeln ausbildet. Sie wird als Hyperkeratosis follicularis bezeichnet und betrifft die Ausführungsgänge der winzigen Körperhaare, an denen sich tastbare Hornkegel bilden. Eine echte Behandlung gibt es nicht; harnstoffhaltige Pflegecremes zum Aufweichen und das „Abrubbeln“ mit Massage-Handschuhen wird empfohlen. Eine dickere Hornhaut an den Ellenbogen oder Knien kommt nicht selten vor und kann Folge einer besonderen mechanischen Belastung sein (häufiges Knien bei Reinigungskräften z. B.). Es gibt aber auch eine Vielzahl an angeborenen Verhornungsstörungen der Haut, die mit umschriebenen oder generalisierte Hautverdickungen einhergehen können.

4. Schwarzer oder „weißer“ Hautkrebs:

Hautkrebs ist im engeren Sinne kein Ausdruck einer psychischen Turbulenz oder einer inneren Erkrankung – jedenfalls soweit man heute weiß! Zwar gibt es Krebsformen, die sich auch an der Haut zeigen, wobei der Primärtumor häufig tief unter der Haut in den Organen verborgen liegt; es handelt sich hierbei meistens um Haut- oder Kopfhautmetastasen. Diese wiederum sind sehr wohl Folge und sichtbarer Ausdruck des zugrundeliegenden Tumors. Hautmetastasen bösartiger Organtumoren (z. B. Lungenkrebs, Brustkrebs oder Prostatakrebs) können sehr unterschiedlich aussehen: z. B. könnten es rötlich-bräunliche Knoten auf der Haut sein, die sehr schnell wachsen und manchmal nässen und bluten.

Der eigentliche Hautkrebs wird grob eingeteilt in schwarzen und hellen Hautkrebs. Neue Forschungserkenntnisse weisen darauf hin, dass schwarzer Hautkrebs wahrscheinlich nicht aus einem vorbestehenden Muttermal(=Leberfleck) durch Veränderung entsteht, sondern sich völlig neu auf der Haut bildet, dann aber zumindestens am Anfang einem Muttermal täuschend ähnlich sieht! (Deshalb ist regelmäßige Hautkrebsvorsorge so wichtig!!) Schwarzer Hautkrebs kann bei sehr jungen Menschen auftreten und bildet sich auch an Stellen, wohin kaum jemals Sonne scheint (Pofalte, Mundhöhle!). Heller oder weißer Hautkrebs dagegen tritt häufig erst im höheren Lebensalter auf, dann fast immer als Folge einer lebenslang zu hohen UV-Licht Bestrahlung der Haut durch die Sonne oder zu häufige Solariumsbesuche! Für beide Hautkrebs-Formen werden ursächlich viele Sonnenbrände insbesondere in jungen Lebensjahren angeschuldigt!

Es ist nicht leicht, einen Hautkrebs selbst zu erkennen. Ein Alarmsignal sollte immer sein, wenn ein vermeintliches Muttermal oder eine andere Hautveränderung neu auftritt und auch nach 3 oder 4 Wochen nicht wieder abgeheilt ist. Auch wenn eine hautfarbene oder rötliche Hautveränderung sich merkwürdig anfühlt, juckt oder immer wieder blutet, ist höchste Aufmerksamkeit geboten!

Schwarzer Hautkrebs, der extrem gefährlich ist, weil er metastasieren kann, auch wenn er selbst nur wenige Millimeter klein ist, zeichnet sich aus durch eine sehr unregelmäßige Begrenzung, durch tief schwarze oder sogar blaue Farbe und durch kleine Ausläuferchen aus der soliden, dunklen Farbzone (wie „Spinnenbeine“). Auch rasches Größenwachstum, Juckreiz oder eine Blutung des Muttermales sind ein höchstes Alarmsignal.

Grundsätzlich sinnvoll ist ohnehin eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge des gesamten Körpers spätestens ab 35 Jahren, die inzwischen alle 2 Jahre sogar von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird!

Hautkrebsvorsorge:

Die modernste und sicherste Art der Hautkrebsvorsorge ist heute die Computergestützte Video-Dermatoskopie. Hierbei wird zunächst der gesamte Körper (auch: Kopfhaut, Augenweiß, Genitalregion, Pofalte) genauestens mit einem speziellen Auflichtmikroskop untersucht und begutachtet. Bestimmte Muttermale werden gekennzeichnet und anschließend mit einer hoch auflösenden Kamera fotografisch festgehalten. Die Bilder werden zum Teil in sehr hoch auflösender Vergrößerung (bis zu 70fach = PC-Bildschirm füllend!) abgespeichert, so dass kleinste Auffälligkeiten sehr viel genauer diagnostiziert werden können, als mit dem bloßen Auge.

Es folgt dann, z. B. 1 Jahr später, die Kontroll- Untersuchung. Es werden die jeweiligen digitalen Fotografien der einzelnen Muttermale nebeneinander gestellt und der Computer vergleicht, ob es in der Zwischenzeit Veränderungen gegeben hat. Sind gravierende Veränderungen eines einzelnen oder mehrer Muttermale festzustellen, wird die sofortige Operation eingeleitet und das Gewebe an ein spezialisiertes, histopathologisches Labor geschickt um einen Hautkrebs auszuschließen oder zu sichern. Je nach Bedarf ist die Angelegenheit damit erledigt oder es sind Folgemaßnahmen erforderlich (2. größere Operation, Bestrahlung, Chemotherapie). Als besonderer Service wird von unserer Praxis ein sog. „Recall- System“ angeboten, über welches die Patienten jedes Jahr per e-mail an ihren Hautkrebsvorsorgetermin erinnert werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass dieser lebenswichtige Vorsorgetermin vergessen werden könnte!

Fazit:

Insgesamt empfiehlt es sich, bei allen unklaren Hautveränderungen oder Symptomen (z. B. auch Juckreiz!) lieber früher als zu spät den Hautarzt seines Vertrauens aufzusuchen, um rechtzeitig krankhafte Hautveränderungen erkennen und damit behandeln zu können. Es ist besser, die Hautarztpraxis beruhigt zu verlassen, weil nichts Krankhaftes vorlag, als sich später Vorwürfe machen zu müssen, dass man eine Hautveränderung zu spät als gefährlich oder sogar als bösartig erkannt hat.