Wimpern

Was wären unsere Augen ohne Wimpern (und Augenbrauen)? Sie verleihen unserem Gesicht seinen charakteristischen Ausdruck. Ihre Bedeutung kann man erst dann ermessen, wenn sie fehlen (was bei manchen dermatologischen Erkrankungen passieren kann, wie z.B. beim kreisrunden Haarausfall = Alopezia areata oder bei vernarbenden Kopfhauterkrankungen wie bei der Knötchenflechte = Lichen ruber follicularis oder bei der Wolfsflechte = Lupus erythematodes. Auch bakterielle oder Pilzinfektionen können zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Fehlen der Wimpern führen!).

Schon seit der Antike werden Wimpern gefärbt oder mit Kamelhaar künstlich verlängert (Ägypten, z.B.Kleopatra); sie werden mit Wimpernzangen gebogen und mit schillernden Farben zugetuscht. Dabei sollte man seinen Wimpern ähnliche Aufmerksamkeit widmen, wie den Haaren auf der Kopfhaut:

Wimpern wollen ebenfalls gepflegt sein; das Gesicht sollte zumindestens ab und zu mit Gesichtslotion oder einer schonenden Seife gewaschen werden (mindestens 1-2x/Woche; auch bei Männern), um die kleinen Schüppchen und Talgreste zwischen den Wimpern zu entfernen. Natürlich ist darauf zu achten, dass die verwendeten Reinigungsmittel nicht die Augen reizen! Auch sollte man vermeiden, mit ungewaschenen Händen wiederholt die Augen zu reiben (beispielsweise wenn man müde oder überreizt ist), ansonsten droht die Gefahr von Gerstenkörnern (=Chalazion); kleinen, mit Eiter gefüllten Knötchen direkt auf der Kante des Augenlides, die bakteriellen Entzündungen der Wimpernwurzeln entsprechen! Auch kann es ansonsten zu einem sog. seborrhoischen Ekzem der Augenbrauen kommen (insbesondere bei der sog. „Mischhaut“ =zentrale T-Zone des Gesichtes eher grobporig und fettig, übrige Gesichtshaut eher trocken, meistens in den Wintermonaten und oft durch Stress getriggert). Das äußert sich dann durch eine Rötung der ansonsten hautfarbenen oder blassen Augenbrauenränder sowie durch gelbliche Schüppchen, die unangenehm sichtbar zwischen den Wimpern sitzen und diese verkleben. Das ganze macht dann einen extrem ungepflegten Eindruck und der Betreffende sieht unausgeschlafen und gereizt aus!

Wimpern reagieren – wie auch die übrigen Kopfhaare – auf Mangelzustände (Zink, Eisen, Selen, Vitamine), auf innere Erkrankungen (z.B. der Schilddrüse: sie werden dünn und spröde) sowie – wenn auch weniger stark – auf Hormonschwankungen (Auffälliger Verlust von Wimpern in der Pubertät, den Wechseljahren, im Alter). An allgemeiner Lebensführung sind wichtig: ausreichend Schlaf, viel Flüssiglkeit zu sich zu nehmen, eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung sowie durchblutungsfördernde Massnahmen wie z.B. Ausdauersport. Dass ab und zu eine Wimper verloren geht, ist völlig normal; die entsprechende Haarwurzel produziert wieder ein neues Haar (Auch Wimpern durchlaufen den klassischen Haarzyklus über die Anagen- (=Wachstumsphase von einigen Jahren), die Katagen- (=Übergangsphase von wenigen Tagen) sowie die Telogen- (=Ruhephase) von einigen Monaten, wie man sie von der Kopfbehaarung her kennt. Sind es jedoch viele Haare, die an mehreren aufeinander folgenden Tagen auf dem Kopfkissen, im Waschbecken oder auf dem Finger liegen, der über die Augenlider strich, sollte ein Spezialist (z.B. Hautarzt) aufgesucht werden, der die entsprechenden Ursachen aufklärt und therapeutische Hilfe anbieten kann!

Gegen zu dichte Wimpern ist bisher kein Kraut gewachsen; anders als z.B. bei buschigen, im zentralen Stirnbereich zusammengewachsenen Augenbrauen (sog. „Waigel-Brauen“): Hier hilft inzwischen dauerhaft die gepulste Blitzlampe (IPL) oder der Enthaarungslaser, mit denen eine sichere und permanente Enthaarung auch in diesen heiklen Zonen des Gesichtes schonend bewerkstelligt werden kann ...