Unreine Haut – was tun?

Wer kennt sie nicht, die Tage, an denen man am liebsten das Haus gar nicht verlassen würde; an denen einem schon morgens im Spiegel ein ungeliebtes, weil pickelig entstelltes Gesicht entgegenblickt? Die Ursachen für unreine Haut und Akne sind vielfältig- sie reichen von hormonellen Turbulenzen z.B .im zeitlichen Umfeld der Regelblutung bis zu ungesunder, fettreicher Ernährung oder Pflegefehlern der Haut. Was ist zu tun, wenn es einen dann „erwischt“ hat und sich der eigene Teint in ein Kraterfeld aus schwarzen Mitessern, rot entzündeten Pickeln und weiß bekappten Pusteln verwandelt hat?

Die richtige Nahrung für schöne Haut:

Immer wieder wird behauptet, insbesondere Schokolade und andere Cacaobutter- haltige Lebensmittel wie Cacao oder Nutella sowie fettes, öliges Essen (etwa Schweinefleisch) könnten mitverantwortlich für Mitesser und andere Hautunreinheiten sein. Sicher richtig ist, dass der ausreichenden Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen (Vitamin C, D und E, Vitamin H=Biotin; Zink und Selen) eine entscheidende Rolle im Zusammenhang mit schöner Haut zukommt. So sollte die Ernährung leicht und reich an Obst und Gemüse sein; es sollten mehrere kleine Mahlzeiten am Tag eingenommen und abendliches schweres Essen vermieden werden. Ein ausgewogener Anteil an Fisch (reich an ungesättigten Fettsäuren) ist ebenfalls von Bedeutung. Scharf gewürztes Essen –ab und zu in Maßen genossen – fördert kurzfristig die Schweißsekretion und trägt hiermit zum Ausspülen von Schlackenstoffen aus der Haut über die Schweißdrüsen bei.

Besonders wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2l/Tag), wobei Kaffee und schwarzer Tee zu meiden sind (gefäßaktives Koffein). Zu bevorzugen ist insbesondere grüner Tee oder Früchtetees. Rauchen ist besonders schädlich für einen guten Teint; jeder kennt die typisch-gräuliche, leicht ins gelbliche gehende Hautfarbe starker Raucher, welche durch mangelnde Durchblutung der mikrofeinen Kapillaren in der Haut des Rauchers bedingt ist!

Schließlich ist regelmäßiger Sport zu empfehlen, insbesondere Ausdauersport wie Laufen, Schwimmen, Fahrradfahren. Hierdurch werden mittels kurzfristig deutlich erhöhter Pumpleistung des Herzens die Blutkapillaren der Haut „durchgespült“, die Haut erhält einen rosigen, frischen Farbton. Ähnliches gilt für regelmäßige Saunabesuche. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird dem Stress (insbesondere dem Dauerstress) eine zunehmende Bedeutung in der Entstehung sowie Unterhaltung von unreiner Haut und Akne zugeschrieben!

Wie reinige ich meine Haut richtig?

Es besteht das Vorurteil, gerade bei empfindlicher oder unreiner Haut solle man nur lauwarmes Wasser an die Gesichtshaut lassen. Das ist sicher falsch und fördert das Verstopfen der oberflächlichen Hautporen und die Mitesserbildung! Viel besser ist es, morgends nach dem Aufstehen mit einem milden Reinigungsschaum oder einer pH- neutralen Reinigungslotion das oberflächliche Körperfett schonend zu entfernen. Auch ein Reinigungsöl kann verwendet werden; auch hierin lösen sich die fettigen Bestandteile des Gesichtstalgs gut, die während der Nacht auf der Haut abgelagert werden. Anschließend wird mit einem Gesichtswasser die Haut beruhigt und die geöffneten Poren wieder geschlossen. Sodann sollte der schützende Lipidfilm auf der oberflächlichen Haut erneuert werden durch Auftragen einer leichten Gesichtscreme, welche ein ausgewogenes Verhältnis aus Öl und Wasser (sog.W/O- Emulsion) aufweisen sollte und deren Fettgehalt vom Hauttyp abhängt. Trockene oder Mischhaut erfordert die Anwendung einer reichhaltigeren Creme als fettige Haut, eine Nachtcreme sollte reichhaltiger als eine Tagescreme sein. Geeignete Präparate sollte man sich durch eine Hauttyp-Beratung beim spezialisierten Hautarzt oder der assoziierten medizinischen Kosmetikerin empfehlen lassen; hier werden geeignete Untersuchungstechniken angeboten, um eine exakte Hauttyp-Bestimmung durchzuführen. In jedem Falle muss es keine extrem teure Pflegeserie sein; häufig reichen preiswerte, aber hochwertige Lotionen/Cremes mit geringem Anteil an Duft- oder Konservierungsstoffen aus, die beim Hautarzt oder in der Apotheke erworben werden können.

Sinnvoll ist zusätzlich ein regelmäßiges, mildes Peeling der Haut mit Präparaten, die Seesand, Vulkanstaub oder andere mineralische Schleifsstoffe enthalten. Dieses sollte – je nach Hauttyp und Schweregrad der Unreinheiten – 1-2x/Woche durchgeführt werden und kann durch anschließende Anwendung einer beruhigenden Gesichtsmaske (enthalten häufig Aloe vera oder andere pflanzliche, entzündungshemmende Substanzen) vervollständigt werden. Alternativ sind natürliche Maßnahmen wie Gurkenmasken, Gesichts-Auflagen aus kaltem schwarzen Tee sowie das sog. „Kleopatra—Bad“ (1 Teil Olivenöl plus 9 Teile Milch) geeignet, bei ausreichender Einwirkzeit eine zarte, rosige und gut gepflegte Haut zu erzeugen!

Regelmäßige Besuche bei der Fachkosmetikerin.

In idealerweise kann die Wiederherstellung von schöner, gesunder Haut durch eine speziell ausgebildete medizinische Fachkosmetikerinnen erreicht werden, welche heute häufig in Assoziation mit Hautärzten (=Dermatologen) tätig sind, die sich auf kosmetisch-ästhetische Fragestellungen spezialisiert haben. Von ihnen wird mittels Heißluftbedampfung die Haut vorbereitet, Mitesser und Aknepusteln mittels kleinster Lanzetten oder Nadeln schonend eröffnet sowie mit speziellen, hochwirksamen Masken und Peelings gearbeitet. Nebeneffekte dieser medizinischen Behandlungen können die Verbesserung des Hautreliefs bei grobporiger Haut sowie die Glättung beginnender Fältchen um die Augen, um den Mund sowie im Dekolleteebereich sein!

Für die betroffene Frau lohnt schließlich ein Blick auf die eigene Pillenpackung: nehme ich ein Kombinationspräparat mit einem sogenannten „Antiandrogen“ (Gestagen, welches den Einfluß männlicher Hormone auf die Talgdrüsen und damit die Tendenz zu unreiner Haut oder Akne deutlich reduzieren kann!)? Hier sind in

einer Reihe mit absteigender Wirkung insbesondere die Inhaltsstoffe Cyproteronacetat (CPA), Dienogest (DNG), Spironolacton, Chlormadinonacetat (CMA)und Drospirenon (DRSP) zu nennen. Enthält die eingenommenen Antibabypille keine dieser Substanzen, sollte das Gespräch mit dem Hautarzt oder Gynäkologen gesucht und die Pille ggf. umgestellt werden!

Fazit:

Eine Vielzahl von Verhaltensmaßnahmen sind in der Lage, unsere Haut und speziell die Gesichtshaut positiv zu beeinflussen bzw. Hautunreinheiten oder Akne deutlich zu bessern Hierzu gehört neben der richtigen Pflege auch und in besonderem Maße eine gesunde Lebensführung sowie geeignetes Stressmanagement. Sind allerdings alle diese Maßnahmen auch nach Wochen oder Monaten nicht von Erfolg gekrönt, sollte ein auf kosmetische Fragestellungen spezialisierter Hautarzt aufgesucht werden, dem ein breites Spektrum an verschreibungspflichtigen äußerlichen – und innerlichen – Maßnahmen für die Hautbehandlung zur Verfügung steht!