Ein schöner Bauch

Warum bekommen wir überhaupt ein Bäuchlein?

  • Erbliche Veranlagung
  • Hormonelle Faktoren (Ungleichgewicht Östrogene/Progesterone)
  • „Die Drüsen“ (gemeint ist eine Unterfunktion der Schilddrüse Strömungsverhältnisse in den kleinen Blutgefäßen/Lymphbahnen
  • Mangel an körperlicher Bewegung, an Ausdauersport
  • Fehlende Betätigung der Bauchmuskulatur durch überwiegend sitzende oder stehende Tätigkeit
  • Ungesunde Ernährung (Übermaß an Fett, Zucker oder Alkohol!)

Die Fettzellen unter der Haut dienen der Wärmeisolierung, der Polsterung des Körpers gegenüber Stoßverletzungen sowie als bedeutendes Energiereservoir! Dabei wird insbesondere dem Körper durch die Ernährung zugeführte Glucose („Zucker“), sofern diese nicht sofort im Gehirn oder den Muskeln verbraucht wird oder im „Kurzzeitspeicher“ der Leber als Glycogen gespeichert wird, von den Fettzellen („Adipozyten“) in Körperfett („Triglyceride“) umgebaut, um später daraus bei Bedarf unter Umständen wieder lebenswichtige Glucose freisetzen zu können. Die Aufnahme von freien Fettsäuren (der eine Bestandteil von Körperfett) wird durch das Enzym „Lipoprotein-Lipase“ gesteuert; die Glucose wir über spezifische Transporter: „Glut 1 und „Glut 4“ genannt durch die Zellmembran in das Innere der Fettzelle geschleust, wobei die Aktivität dieser Glucose-Transporter von dem Hormon „Insulin“ gesteuert wird (dem Hormon, welches Zuckerkranken fehlt). Der Fettaufbau („Lipogenese“) steht normalerweise im Gleichgewicht mit dem ständig ebenso stattfindendem Fettabbau („Lipolyse“), sodaß die Gesamtmenge des Körperfettes gleich bleiben sollte. Das Gleichgewicht zwischen Lipogenese und Lipolyse wird durch Hormone gesteuert, insbesondere die sog. „Katecholamine“ : Adrenalin und Noradrenalin („Stresshormone“), aber auch durch die weiblichen Hormone Östron und Östradiol. In diesem komplizierten Steuerungsablauf spielen darüber hinaus sog. „Rezeptoren“ eine Rolle, das sind eine Art „Schlüssellöcher“ der Fettzellen, in die Hormone wie Schlüssel hineinpassen müssen, damit in der Fettzelle eine Reaktion ausgelöst werden kann. Greifen z.B. die Stresshormone in den sog. „alpha-Rezeptor“ der Fettzelle, wird die Information in das Zellinnere übertragen, dass die Fettzelle weiter wachsen soll; zusätzliches Fett wird aufgebaut. Greifen sie dagegen in den „beta- Rezeptor“ der Zelle, wird die Lipolyse aktiviert: Fettabbauende Enzyme (=“biologische Werkzeuge“, in diesem Falle die sog. „Lipasen“) spalten die Fette in Fettsäuren und Glycerin, welches aus der Zelle in den Blutkreislauf freigegeben wird und mittels bestimmter Eiweißkörper dorthin transportiert wird, wo der Körper Energie benötigt. Verkomplizierend kommt hinzu, dass diese sog. „Rezeptoren“ noch in Untergruppen unterteilt werden; so sind heute z.B. mindestens 2 verschiedene alpha-Rezeptoren bekannt; als alpha1- und alpha2-Rezeptor bezeichnet. Auch ein Enzym namens „Aromatase“ steuert dieses Gleichgewicht, indem es im Blut und im Gewebe aus den auch im Körper der Frau gebildeten männlichen Hormonen (Testosteron, Dihydro-Testosteron und Androstendion) weibliche Hormone produziert. Ist die Aromatase aktiviert, liegen im Verhältnis im Unterhaut-Fettgewebe zu viele weibliche Hormone vor und es wird Fett aufgebaut. Wird die Aromatase eher gehemmt, überwiegt der Einfluß der männlichen Hormone auf das Fettgewebe und Fett wird abgebaut.

Gibt es Möglichkeiten, einen bestehenden Bauch zu verkleinern?

Hierzu gehören:

  1. Gesunde, ausgewogene Ernährung; möglichst Zucker- und Fettarm sowie reich an Vitaminen und Ballaststoffen.
  2. Genuß von Alkohol nur in Maßen (vor Allem: keine „harten Sachen“). Abends 1 kleines Glas Rotwein = o.k.
  3. Ausreichend Flüssigkeit trinken (Aufrechterhaltung der Mikrozirkulation in den kleinen Blutgefäßen und den Lymphbahnen des Körpers). Salzarmes Mineralwasser, Obstsäfte.
  4. Bestimmte Massagetechniken, unter denen bestimmte Hochvakuummassagen wie die sog. „Endermologie“ eine besondere Rolle spielt, bei denen die Anwender spezielle Ganzkörperanzüge tragen müssen, um keine blauen Flecke zu bekommen
  5. Ausdauersport (z.B.: Schwimmen, Laufen, Radfahren), körperliche Bewegung.
  6. Gezielte Stärkung der Bauchmuskulatur durch Gymnastik, Yoga oder Training an bestimmten Geräten im Fitness-Center nach festgelegtem Trainingsprogramm.
  7. Am effektivsten ist eine Kombination aus ärztlich überwachtem Konditionstraining (und gezieltem Bauchmuskeltraining) in Kombination mit der Verabreichung bestimmter Nahrungsergänzungspräparate, welche gezielt den Muskelaufbau fördern und den Fettaufbau hemmen sowie den Fettabbau beschleunigen helfen (sog.“fat burner“). Diese Techniken sind heute in der Regel fester Bestandteil von sog. „anti aging – Programmen“, welche sich eben nicht nur mit der Reduzierung von Gesichtsfalten beschäftigen, sondern die Bekämpfung aller sichtbaren Spuren des Älterwerdens (dazu gehört auch die allmähliche Entwicklung eines Bauches, bei Männern Im Norddeutschen Raum auch als „Astra-Pickel“ oder „Holsten-Plauze“ bezeichnet in Anspielung auf den übermäßigen Konsum bestimmter Biersorten durch manche Männer) zum Ziele haben.
  8. Zusätzlich kann eine intensive Massage der Haut und des darunter liegenden Fettgewebes (z.B. mittels „Endermologie“-Geräten) eine sichtbare Wirkung haben (wissenschaftlich nachgewiesen durch eine erhöhte Ausscheidung von Glyzerin mit dem Urin unmittelbar nach den Behandlungssitzungen. Glyzerin ist Bestandteil der Körperfette = „Triglyzeride“; wenn also Fett im Körper abgebaut wird, entstehen Fettsäuren, welche vom Körper weiterverarbeitet werden und Glyzerin, welches mit dem Urin ausgeschieden und hier auch nachgewiesen werden kann.
  9. Als weiter Möglichkeit kommt die sog. „Liposuction“ in Frage, wobei von spezialisierten Ärzten in örtlicher Betäubung mit langen speziellen Nadeln unter die Haut in das Fettgewebe des Bauches hineingegangen wird und das Fettgewebe abgesaugt wird (manchmal viele Liter!). Dieses geht allerdings nur, wenn der Bauch nicht zu dick ist und die darüberliegende Haut nicht schon zu sehr „ausgeleiert“ ist, da diese sonst nach der Operation „wie ein leerer Kartoffelsack“ über dem Bauch liegt, dem nun ja das darunterliegende Fettpolster fehlt!
  10. Hier ist dann eine sog. „Reduktionsplastik“ fällig, d.h. neben der chirurgischen Entfernung der Fettmassen muß auch ein breiter Streifen Haut herausgeschnitten werden, damit sich die Resthaut dann wieder über das neue, durch die Operation verkleinerte Bäuchlein spannen kann.
  11. Schließlich und endlich ist es heute nicht unüblich, Muskelstränge aus anderen Körperregionen unter die Bauchhaut zu verpflanzen, um insbesondere bei Männern den so häufig ersehnten „Waschbrettbauch“ operativ zu erzeugen, der durch mangelnde Bewegung, Training sowie ungesunde Ernährung auf andere Art und Weise unerreichbar erscheint....

Die kosmetischen Produkte der Industrie zur äußeren Anwendung auf der Bauchhaut, mit angeblich hochwirksamen Inhaltsstoffen zur Straffung des Bauchgewebes, können zwar die Struktur der Bauchhaut geringfügig in Bezug auf deren Geschmeidigkeit, ihren Feuchtigkeitsgehalt sowie die Ausprägung der kleinen, oberflächlichen Hautfältchen positiv beeinflussen und damit das Gefühl, wenn man sich mit der Had über die Bauchhaut streicht; sie sind allerdings keineswegs in der Lage, einen nennenswerten Effekt auf den Bauchumfang bzw. die Fettmengen auszuüben, welche sich unter der Bauchhaut vorwölben. Wieder könnte man das Beispiel des Kartoffelsackes anführen: wenn man den Jutestoff über den darin befindlichen Kartoffeln spannt, sieht er optisch zwar weniger faltig aus, aber an der Menge des Inhaltes an Kartoffeln hat man hierdurch nichts geändert! Hiermit wäre in etwa der Maximaleffekt der Kosmetika zur Bauchstraffung beschrieben...

Mit welchen Inhaltsstoffen wirbt die kosmetische Industrie ?

Ruscus-Extrakte (z.B. aus Mäusedorn) enthalten, welche die Mikrozirkulation verbessern und damit den Abtransport von Schlackestoffen aus dem Gewebe beschleunigen sollen.

Ginkgo biloba:
Ein Pflanzenextrakt mit ähnlicher Wirkung wie Aescin (alpha-Rezeptoren-Blocker). Darüber hinaus führt es zur Kontraktion der Gefäßwände der kleinen Blutgefäße und fördert damit den Flüssigkeitsabstrom aus dem Gewebe. Die Festigkeit der Gefäßwände wird verstärkt und damit einer Wasseransammlung unter der Haut (sog. „Ödembildung“) entgegengewirkt.

Koffein:
Fördert den Fettabbau durch Hemmung des Enzyms „Phosphodiesterase“ (dieses Enzym hemmt normalerweise die Lipolyse dadurch, dass die hierfür notwendige Energie in Form von cyclo-Adenosin- Monophosphat = cAMP nicht zur Verfügung gestellt wird, weil es von der Phosphodiesterase gehemmt wird.... puhhhh, ganz schön kompliziert,oder?)

Salicylsäure:
Schält die Haut und macht sie dadurch dünner. Hierdurch können andere Wirksubstanzen besser in die Haut eindringen.

Menthol:
Fördert das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut. Kühlt und erfrischt die Haut.

L-Carnithin: reguliert den Transport von Fettsäuren in den Fettzellen selbst, fördert damit den Abbau von Fettgewebe.

Weitere diverse Planzenextrakte:
Aus Früchten: Ananas,Pampelmuse, Aprikose, Pflaume, Weintraube; aus Bäumen: Seidiger Almend=südafrikan.Laubbaum, Ölpalme, Schibutterbaum, Teebaum; aus Sträuchern: Japan.Schnurstrauch, Ginster, Bambus; aus Gewürzpflanzen: wilder Safran; aus Algen: asiatischer Wassernabel, Blasentang; aus Blumen: Pfingstrose, Rosen, Klee; aus japan.Pilzen

Apparative Lipolyse:
Hinweisen möchte ich noch darauf, dass ich dem Therapieprinzip der „Endermologie“ eine besondere Rolle in der Behandlung jeglicher Art von Fettpolstern (also auch denen des Bauches, aber auch der Oberschenkel und anderer Körperpartien) zubillige. Hierbei werden durch eine apparative Hochvakuum-Saugmassage (die Patientinnen müssen spezielle Ganzkörperanzüge tragen, damit sie nicht nach der 45-minütigen Ganzkörperbehandlung am ganzen Körper blaue Flecken bekommen!!) nach einem gezielten Schema zunächst sämtliche abführenden Lymphwege des Körpers geöffnet, bevor zum Schluß die Problemzonen gezielt behandelt werden. Durch die spezielle Form der Saugmassage werden die Fettgewebssepten aufgebrochen; die fettabbauenden Enzyme können plötzlich die neu erreichbaren Fettpolster des Unterhautgewebes angreifen und es setzt eine nachweisbar vermehrte Fettaufspaltung ein. Dieses ist durch Urinproben von den Probandinnen vor und unmittelbar nach der Behandlung (z.B. mit dem „Silhuette“-Gerät) wissenschaftlich belegbar, indem nach der Behandlung deutlich erhöhte Konzentrationen von Glycerin als Fettabbauprodukten nachweisbar sind. Die FDA (Food and Drug Administration) in den USA (entspricht dem Bundesgesundheitsamt in Deutschland) hat z.B. dieser Behandlungsmethode für die Therapie der der „Cellulite“ (das sind matratzenartige Fettpolster an den Oberschenkeln und der Hüfte) als einziger Behandlungsmethode das Prädikat „wirksam“ verliehen. Tatsächlich sieht man häufig bereits nach 20 Behandlungssitzungen (Preis: ca. 80,-€ pro Sitzung) einen photographisch dokumentierbaren Rückgang der Fettpolster, messbar durch Umfangsverminderung von Hüfte bzw. Bauch! Wiederholt werden sollte diese Behandlung anschließend dann ca. 1x im Monat; eine begleitende Anwendung eines der oben getesteten Präparate könnte in diesem Zusammenhang Sinn machen genauso wie die Einhaltung eines den Fettaufbau verhindernden Lebenswandels durch Entsprechende Ernährungsberatung und den Einsatz spezifischer Nahrungsmittelzusatzstoffe (s.o.). Eine diesbezügliche Beratung führen wir im Rahmen unseres „anti-aging“ Programmes übrigens ebenfalls in meiner Praxis in Hamburg durch.