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Mit dem Sommer rückt die Haut wieder mehr ins Blickfeld. Und damit die lästigen Härchen. Sie müssen weg, denn glatte Haut ist einfach ästhetischer.

Mit dem Sommer rückt die Haut wieder mehr ins Blickfeld. Und damit die lästigen Härchen. Sie müssen weg, denn glatte Haut ist einfach ästhetischer. Gerade unter den Achseln, weil sich Schweiß in Haaren intensiver hält und die Geruchsbildung gefördert wird. Wir haben den Dermatologen und Laser-Spezialisten Dr. Frank-Matthias Schaart Hamburg nach seinem Urteil über die gängigen Enthaarungsmethoden gefragt.

Enthaarungscreme/-schaum

Geeignet für alle Körperpartien, für Gesicht nur milde Spezialprodukte verwenden

Die sanfte Tour ist besonders beliebt, weil sie nicht weh tut. Die Haare werden dick mit weichem Schaum oder einer Creme bedeckt. Der Hauptwirkstoff ist stark konzentrierte Thioglykolsäure, die das Haar- keratin bis etwa einen Millimeter unter der Hautoberfläche auflöst. Dadurch bleibt die Haut länger glatt als beim Rasieren.

Etwas Geduld ist nötig, bis die Creme wirkt. Nach etwa fünf bis zehn Minuten werden die abgelösten Härchen unter der Dusche abgespült.Einziger Nachteil ist, dass gerade Frauen mit trockener, empfindlicher Haut mit Irritationen auf den stark alkalischen pH-Wert von 12,5 (normaler Haut-pH-Wert ist 5-6) reagieren. Hautberuhigende Wirkstoffe wie Mandel-, Aprikosenöl, Bisabolol und Vitamin-E sollen die Enthaarungscremes für Gesicht und Intimbereich verträglich machen. Trotzdem empfiehlt sich ein Test vor der Erstanwendung: Etwas Creme in der Ellenbeuge verreiben und 10 Minuten einwirken lassen.Juckt oder rötet sich die Stelle innerhalb von 24 Stunden, ist das Produkt ungeeignet.

Zeit-/Kosten-/Schmerzvergleich

Nachwuchsfaktor: bis zu zehn Tagen Schmerzfaktor: Null
Zeitaufwand: 20 Minuten
Kosten: Enthaarungscremes- und schäume gibt es im Drogeriemarkt ab circa 3 €

Warm-/Kaltwachs

Geeignet für die Beine und die Oberlippe

Ob Kalt- oder Warmwachs-Methode, das Prinzip ist immer das gleiche: Das Wachs wird mit Hilfe von schmalen Stoff- oder Folien- streifen auf die trockene Haut geklebt und blitzschnell entgegen der Haarwuchsrichtung abgezogen.Dabei wird das Haar mitsamt seiner Wurzel herausgerissen. Am besten pudert man die Haut vorher ab, sonst bleiben Wachsreste auf der Haut kleben.
Diese Prozedur tut nicht nur höllisch weh. Es kommt manchmal auch zu Haarwurzelentzündungen. Man erkennt sie als „Eiterstippchen“ oder heftig gerötete Punkte an der Stelle des leeren Haarfollikels. Möglich ist außerdem, dass durch die Wachs-Enthaarung aufgrund der mechanischen Stimulation der Haarwurzeln, der Nachwuchs dunkler und kräftiger ausfällt.
Zu den Vorteilen gehört, dass die Haut über einige Wochen glatt bleibt, bis die ersten Spitzen der nachwachsenden Haare die Haut- oberfläche wieder erreichen. Im Gegensatz zu Rasierstoppeln, die sofort anfangen zu kratzen, sind sie zunächst spitz und fein. Durch regelmäßiges Wachsen kann die Behaarung mit der Zeit weniger werden. Die Ursache: Manche Haarwurzeln werden durch das Her- ausreißen so geschädigt, dass sie absterben und sich dort kein neues Haar mehr bildet.

Zeit-/Kosten-/Schmerzvergleich

Nachwuchsfaktor: vier bis sechs Wochen Schmerzfaktor: man muss die Zähne zu- sammenbeißen
Zeitaufwand: bei größeren Flächen circa 30 Minuten

Kosten: Wachs zur Kalt- und Warmanwen- dung um 12 €. Eine komplette Beinent- haarung bei der Kosmetikerin kostet etwa 60 €.

Rasieren/Epilieren

Geeignet für Achseln, Beine, Bikinizone

Kein Zweifel: Rasieren geht schnell und ist absolut schmerzfrei. Man kann sich trocken mit einem Elektro-Rasierer oder nass mit Schaum und Klinge rasieren. Dabei das „Messer“ immer grundsätzlich gegen die Haarwuchsrichtung führen. Die Haut sollte trocken und fettfrei sein. Nassrasieren niemals ohne Schaum, weil er bewirkt, dass sich die Härchen aufrichten und gut von der Klinge erfasst werden können. Nachteil: Bei dieser Methode kommen die Haare relativ schnell wie- der, weil sie knapp über der Hautoberfläche abgeschnitten werden. Schon nach 2-3 Tagen fühlt sich die rasierte Stelle wieder stoppelig an, weil das nachwachsende Haar keine feine Spitze hat, sondern eine glatte Schnittfläche.

Beim Rasieren besteht Verletzungsgefahr durch die Klingen, weil man schnell mal abrutscht. In Folge können bakterielle Entzündungen auftreten, speziell in den Bereichen, in denen Haut auf Haut trifft wie unter den Achseln. In diesen sogenannten „intertriginösen Bereichen“ finden Bakterien und Pilze einen besonders guten Nährboden. Häufig werden zur Hautdesinfektion, gerade um solche Entzündungen zu ver- meiden, Pre- oder After-Shave-Produkte verwendet. Der hohe Alkohol Anteil kann Hautreizungen auslösen, die enthaltenen Duftstoffe sogar Hautallergien.

Im Gegensatz zum oberflächlichen Rasieren, zieht ein Epilier-Gerät die einzelnen Haare so tief mitsamt der Wurzel aus der Haut, dass man über Wochen Ruhe hat. Tut allerdings so weh, wie es sich an- hört. Um empfindliche Stellen wie Achseln und Bikinizone zu epilieren, muss man schon extrem tapfer sein. Die rotierenden Metallscheiben oder Pinzetten greifen sogar bei Härchen von 0,5 Millimetern zu.

Wesentlich längere Haare sollte man zuerst kürzen, damit sie besser erfasst werden können.
Durch häufiges Epilieren verkümmern die Haarwurzeln mit der Zeit, und die Haare wachsen immer feiner nach. Von Nachteil ist, dass sich durch die rotierende Zupfbewegung beim Epilieren die Haarwurzeln verdrehen können. Die Folge sind Entzündungen oder Härchen, die unter der Hautoberfläche wachsen.

Zeit-/Kosten-/Schmerzvergleich

Nachwuchsfaktor: zwei bis drei Tage mit dem Rasierer, mit dem Epiliergerät drei bis vier Wochen
Schmerzfaktor: Rasieren tut nicht weh. An den Schmerz beim Epilieren gewöhnt man sich auf Dauer.

Zeitaufwand: Rasieren geht ruck-zuck, das Epilieren der Beine nimmt circa 20 Minuten in Anspruch.
Kosten: Klingen im 4er-Pack um 4 €, elek- trische Ladyshaves ab 40 €, Epiliergeräte um 200 €.

Bleichen

Geeignet für kleine Flächen wie Oberlippen- und Wangenbereich oder spärlichen Haarwuchs an den Beinen

Bleichcremes enthalten Hydrochinon oder andere bleichende Sub- stanzen wie Wasserstoffperoxid, die wie beim Blondieren lediglich das Farbpigment der Haare aufhellen. Die Haare selbst bleiben auf der Haut. Sie sind weiterhin fühlbar, nur deutlich weniger sichtbar. Dunklen Wuchs im Gesicht, an Armen und Beinen kann man damit wochenlang nahezu unsichtbar machen. Bei dieser Methode hat man auch keine Probleme mit eingewachsenen oder juckend nachwach- senden Härchen.

Die Bleichcreme wird aus zwei Beuteln angemischt, die in der Pa- ckung enthalten sind. Mit einem Spatel auf die Härchen streichen. Nach fünf bis zehn Minuten mit kaltem Wasser waschen. Dunkle Haa- re werden oft auf Anhieb nicht hell genug, dann wiederholt man die Prozedur am nächsten Tag noch einmal. Durch die Bleichsubstanz kann es zu Hautreizungen oder sogar Entzündungen kommen. Deshalb zur Sicherheit an einer unsichtbaren Körperstelle einen Test machen. Nach 24 Stunden kann man feststellen, ob die Haut das Produkt verträgt.

Zeit-/Kosten-/Schmerzvergleich

Nachwuchsfaktor: nachbleichen nach zwei bis vier Wochen. Leider ist der dunkle An- satz schon nach wenigen Tagen herausge- wachsen

Schmerzfaktor: null Zeitaufwand: 15 Minuten Kosten: ca 15 €.

Nadelepilation

Geeignet für alle Körperpartien

Die Methode ist dauerhaft, eignet sich hauptsächlich zur Entfernung einzelner, relativ kräftiger Haare. Beispielsweise im Oberlippen- oder Kinnbereich sowie um die Brustwarzen herum. Sie ist teuer und zeit- aufwendig. Oft sind mehrere Sitzungen bei der Kosmetikerin erforder- lich, weil nicht jedes Haar auf Anhieb getroffen wird.

Der Umgang mit der Elektronadel erfordert eine spezielle Ausbildung und ein erhebliches Fingerspitzengefühl. Eine feine Nadel wird am Haarfollikel entlang in die Haut gepiekst und einige Sekunden unter Strom gesetzt. Ist die Wurzel richtig getroffen, lässt sich das Haar leicht herauslösen. Jedes dritte Haar wächst wieder nach, weil die Wachstumszellen in den Wurzeln nicht komplett verödet wurden. Pro Sitzung werden maximal bis 100 Haarwurzeln behandelt. Eine Enthaarung der Oberlippe kann deshalb bis zu einem Jahr dauern. Unangenehm an der Nadelepilation ist, dass sie ausgesprochen schmerzhaft ist. Außerdem hinterlässt sie oft (nicht nur in Ausnahme- fällen!) winzige sichtbare Narben auf der Haut.

Zeit-/Kosten-/Schmerzvergleich

Nachwuchsfaktor: wirkt dauerhaft Schmerzfaktor: viele kleine Nadelstiche Zeitaufwand: zeitaufwendig, kann bis zu ei- nem Jahr dauern, ehe kein Härchen mehr nachwächst.

Kosten: kann nur bei der Kosmetikerin ge- macht werden. Eine Sitzung (30 Minuten) ab 40 €.

Laser-/Lichttherapie

Geeignet für alle Partien am Körper und im Gesicht, bevorzugt bei dunklem Haarwuchs

Die modernste und effektivste Form zur dauerhaften Haarentfernung ist die Photoepilation mit einer gepulsten Blitzlampe, einem laserähn- lichen Gerät. Im Versuch sind auch „echte“ Laser-Typen (Rubin-, Ale- xandrit-Laser), wobei der Dioden-Laser am erfolgreichsten scheint. Bei der Enthaarung per Lichtblitz dringt hochenergetisches Licht tief in die Haut ein, ohne diese zu zerstören. Es setzt seine Energie gezielt in der Haarwurzel frei, erhitzt und zerstört sie. Je dunkler das betreffende Haar, desto größer die Wirkung des Lichtstrahles auf die Wurzel. Blonde oder sehr hellbraune Haare lassen sich nur schlecht mit Licht- oder Lasertechnologie enthaaren.

Bei der Behandlung wird ein Spezial-Gel auf die Haut aufgetragen, auf dem der Arzt wie beim Ultraschall das Handstück des Geräts be- wegt.Darin befindet sich der sogenannte Therapiekristall, durch den das hochenergetische Licht auf die Haut gelenkt wird. Es verursacht ein deutliches Kribbeln. Anschließend ist die Stelle zwei bis drei Tage leicht gerötet. Sonnenbaden bleibt für sechs bis acht Wochen tabu. Dunkle Hauttypen sind ungeeignet für Licht und Laser. Je dunkler die Haut, desto mehr von der Strahlung wird an ihrer Oberfläche absor- biert.Dadurch kann es zu Verbrennungen und Pigmentverlust (Hypo- pigmentierung) kommen. Das gleiche gilt für Sonnenbräune, deshalb sollte man sich nie unmittelbar nach dem Urlaub behandeln lassen.Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Sitzung nie ausreicht. Das liegt in der Natur der Haare. Zerstört werden immer nur solche, die sich gerade in der anagenen Wachstumsphase befinden.Da aber jedes einzelne Haar drei Wachstumsstufen (Anagen-, Katagen-, Telogenphase) hat, wird pro Licht- oder Laseranwendung immer nur ein Teil (ca. 20-30%) endgültig entfernt. Die restlichen Haare sind zwar vorübergehend verschwunden (ähnlich lange wie beim Wachsen), kommen aber nach einigen Wochen wieder.

Zeit-/Kosten-/Schmerzvergleich

Nachwuchsfaktor: dauerhaftüber ca fünf Jahre, dann beginnen erfahrungsgemäß einzelne Härchen erneut zu sprießen Schmerzfaktor: gering

Zeitaufwand: je nach Fläche. Gesicht 3-5 Sitzungen von je 20 Minuten, Körper min- destens 5 Sitzungen
Kosten: je Sitzung: Oberlippe ca 130 €, Bikinizone ca 300 €, Beine ca 500 €. Die Behandlung sollte von einem gut ausgebildeten Hautarzt durchgeführt werden, sonst riskiert man Verbrennungen, oft mit Narbenbildung.

Weitere Informationen über Lasertherapien erteilt die Deutsche Dermatologische Laser- gesellschaft e.V., Candidplatz 11, 81543 München, Info-Telefon: 01805/313246 www.ddl.de